Günter Ernst: Spekulation mit Rohöl muss endlich ein
Riegel vorgeschoben werden!
Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband
NÖ: Schluss mit der Gewinnmacherei auf Kosten der Konsumenten und der Unternehmen
„Die Spekulation mit Rohöl durch Finanzinvestoren ist
einer der Hauptgründe für den drastischen Anstieg der Treibstoffpreise. Sie ist
oft nichts anderes als ein Wetten auf hohe Ölpreise. Daher muss dieser Zockerei
schleunigst ein Riegel vorgeschoben werden“, erklärt der Präsident des
Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich (SWV NÖ), Komm.-Rat
Günter Ernst. Er verlangt außerdem, dass innerhalb der EU die Preisgestaltung
der Mineralölkonzerne von den Wettbewerbsbehörden systematisch kontrolliert und
die Förderung verbrauchsarmer Fahrzeuge und alternativer Antriebsmethoden
ausgebaut wird.
„Es sind die
Erwerbstätigen und die kleinen und mittleren Unternehmen, die unter den Folgen
der zügellosen Spekulation am meisten leiden. Das war bei der Finanzmarktkrise
so und ist bei der Spekulation mit Rohöl nicht anders. Um später gewinnbringend
verkaufen zu können, erwerben die Finanzinvestoren auf dem Papier wesentlich
mehr Öl als überhaupt gefördert wird. Diese Spekulation ist nicht nur
marktfremd, sondern völlig außer Rand und Band geraten. Bei einer Studie hat
sich vor kurzem gezeigt, dass dadurch der Rohölpreis um ein Drittel in die Höhe
getrieben wurde. Es handelt sich dabei um ein internationales Problem, das auf
internationaler Ebene angegangen werden muss, zum Beispiel durch die Einführung
einer Finanztransaktionssteuer.“
„Beim Kampf gegen die
Spekulation ist die EU genauso gefordert wie bei der Durchleuchtung der
Mineralölkonzerne und ihrer Preisgestaltung. Regelmäßige Untersuchungen durch
die Behörden reichen hier anscheinend nicht aus. Die Antwort auf die
kontinuierlich steigenden Preise muss deshalb auch ein ständiges und strenges Kontrollsystem
sein, in dem bei Bedarf konkrete Preisvorgaben in Kraft treten, wie die vom
Wirtschaftsministerium angekündigte Einführung von Preiskorridoren mit genau
festgelegten Spannen.“
„Wir wollen eine
kontrollierte Stabilisierung der Spritpreise auf niedrigerem Niveau. Die Kosten
für die Mobilität müssen für die Betriebe und die PendlerInnen stabil und
kalkulierbar sein und dürfen nicht zur Gefährdung ihrer Existenz führen. Allerdings
werden die Treibstoffpreise nie mehr so günstig sein wie noch vor einigen Jahren,
auch weil Öl nicht unbegrenzt vorhanden ist. Daher sollten die Bemühungen für
verbrauchsärmere Fahrzeuge und alternative Antriebsmethoden jetzt erheblich
intensiviert werden. Es ist Aufgabe des Staates, diese technischen
Entwicklungen durch höhere Förderungen zu beschleunigen“, stellt SWV
NÖ-Präsident Günter Ernst fest.





